Unsere letzte Klassenfahrt in der 10.
Jahrgangsstufe der Erich- Weinert- Oberschule führte
in das Winterparadies, dem Bayerischen Wald
Lehrer sind doch wirklich merkwürdige Wesen: Obwohl
rund dreißig total geschaffte Schüler im
Bus auf der Heimfahrt vor sich hindösen, greifen
sie zu Papier und Stift und interviewen uns. Frau Schulze
will wissen, welches unsere beste Erfahrung auf der
Klassenfahrt war. Lange mussten wir nicht darüber
nachdenken, denn fast alle von uns waren sich einig:
Nach drei Tagen Sonne pur und einer Schneehöhe
von etwa einem Meter auf der Piste hatten wir die Grundbegriffe
vom Snowboarden und Skifahren soweit weg, dass unsere
Skilehrer es sogar wagten, mit den geschicktesten Fahrern
zum Nachtskilaufen zu gehen. Das ist ein Erlebnis der
besonderen Art: romantisch, abenteuerlich, uns machte
es Spaß und stolz. Die Mehrheit aller unserer
Schüler stand noch nie auf einem Snowboard oder
auf Skiern, wusste schon gar nicht, wie man mit Skiern
an den Füßen den Schlepplift erwischt. Bereits
nach dem ersten Tag auf der Piste war das für fast
alle kein Problem mehr- das heißt, wir hatten
auch die ersten Abfahrten schon hinter uns. Das ist
natürlich nicht nur auf unser bis dahin unerkanntes
Talent zurückzuführen, sondern hauptsächlich
auf unsere Crew von Skilehrern. Gesine Barz, Carsten
Taege und Stefan Faber nahmen den Kampf mit uns mit
Engelsgeduld aber konsequent auf. An ihrer Seite hatten
sie sogar den Busfahrer unseres Reiseunternehmens, der
nicht nur ein begeisterter und exzellenter Skifahrer,
sondern auch ein erfahrener Skilehrer ist. Heiko Wolbart,
Riesaer Str. 119 d aus 04932 Prösen ( Tel.03533/519988
) und auch unsere Studentencrew ließen kein Schwächeln
zu. Blaue Flecken nach einem Sturz und ein gehöriger
Muskelkater ließen sie nicht als Entschuldigung
gelten: Durchhalten und wegstecken war ihre Parole,
und sie wurde unser Motto. Wir können stolz von
uns behaupten, dass wir ohne Ausnahme das Snowboarden
und Skifahren in seinen Anfängen wirklich gelernt
haben. Dass wir außer den üblichen Blessuren
dabei auch viel Spaß mit unseren Lehrern hatten,
soll hier nicht unerwähnt bleiben. Gesines und
Heikos Engelsgeduld bewunderten wir sehr und nach den
ersten kleinen Erfolgen war klar: Niemand gibt auf,
bis er die Piste genommen hat. Sogar unsere Musiklehrerin
Frau Menzel, die ja nun wirklich nicht mehr in unserem
zarten Alter ist, quälte sich da durch und fand
wie wir: Wintersport macht süchtig und Spaß.
Für uns war es dann auch Ehrensache: Gibt Frau
Menzel nicht auf, dann wir schon gar nicht. „
Und das ist auch gut so“ gewesen, um mit dem Worten
des Herrn Wowereit zu reden. Vergessen möchten
wir an dieser Stelle nicht die Gruppe der Rodler: mit
dem Lift mussten sie zum Start fahren und sowohl das
Tempo als auch die Buckelpiste verlangte ihnen rund
20 Minuten lang einige Geschicklichkeit im Lenken des
Schlittens ab. Dass wir auch noch als Zugabe eine märchenhaft
verschneite Landschaft bei strahlender Sonne hatten,
empfinden alle als besonderen Glücksfall. Natürlich
war der Wintersport nur die eine Seite der Klassenfahrt.
Wir wohnten in komfortablen Appartements im Ferienpark
Bischofsmais, hatten nur das Frühstück gebucht
und kochten am Abend selber. In der Gruppe machte uns
das Spaß, und man lernte von den Mitschülern
so manchen Trick dazu. Wir wollen nicht behaupten, dass
unser Essen in jedem Fall dem eines 5- Sterne Hotels
entsprach. Übrig blieb aber nach so einem aktiven
Tag in der klaren Winterluft kaum etwas.

Unsere Lehrer sorgten dafür, dass wir am Nachmittag
oder auch am Abend die Schwimmhalle mit Sauna und Solarium
genießen konnten. Auch hier fand sich eine Gruppe
von Schüler/ innen, die das regelmäßig
nutzten. Einige Schüler von uns konnten sich an
einem Abend sogar noch zum Kegeln aufraffen und am vorletzten
Abend fuhr eine große Gruppe von Schülern,
die nicht an der Nachtskifahrt teilnehmen durfte, nach
Regen. Dort war in einer Halle Schlittschuhlauf angesagt.
Die Fotos, die bereits am Montag nach der Klassenfahrt
kursierten, zeigen, dass auch hier die Stimmung echt
toll war und dass wir doch begabte Schlittschuhläufer/innen
unter uns haben.
Am Donnerstag teilten sich die drei zehnten Klassen
komplett: Die Sportversessenen fuhren wieder auf die
Piste, die Anderen hingegen fuhren mit dem Bus nach
Passau, der wunderschönen 3- Flüsse- Stadt.
Der Dom ist von beeindruckender Schönheit, shoppen
konnten wir auch ganz toll in Passau. Da hatte uns dann
die Zivilisation schon langsam wieder. Höchst amüsant
war auch der letzte Abend, als wir in die Disco gehen
konnten. Gemeinsam mit unseren Lehrern tanzten wir gut
gelaunt in das Ende einer tollen Klassenfahrt hinein.
Leider gibt es Gesetze und Hausordnungen, die unserer
guten Laune ein jähes Ende setzten: um 24.00 Uhr
wurden wir von unseren Lehrern „ abgeführt!!!“.
Der nächste Morgen begann früher als sonst.
Zimmer säubern und den Rest einpacken- dann fuhren
wir alle wieder heimwärts. Und auf dieser Heimfahrt
„belästigte“ uns Frau Schulze mit ihrem
Interview! Mit einem lauten Lacher quittierten wir Sörens
spontane Antwort, dass seine wichtigste Erfahrung während
unserer Abschlussfahrt die gewesen sei, dass er nach
einem Sturz mit dem Gesicht bremsen könne. Wir
aber möchten uns auf diesem Wege nochmals bei unserer
Winterportlehrercrew für diese tollen Tage und
ihre Mühe bedanken. Wir hoffen, dass sie auch nach
uns die zehnten Klassen unserer Schule begleiten und
den Schülern nach uns ebenso viel Mut machen wie
uns und ihre Geduld nicht verlieren. Bei unseren Klassenlehrern
Frau Menzel, Frau Richter und Herrn Dr. Schmidt und
deren Stellvertreter sagen wir ebenfalls danke: p e
r m a n e n t so gut gelaunt, charmant und voller Elan
haben wir sie bisher nur in der Sonne in Bischofsmais
erlebt. Im Schulalltag konnten wir diese Seite unserer
Lehrer immer nur kurzzeitig genießen. Patrick
Tangermann 10c, Carmen Krüger 10b, Tobias Blanck
10a, Sven Groß 10c
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